RAPHAS ENGAGEMENT FÜR MENSCHENRECHTE
Bei Rapha stehen Menschen im Mittelpunkt. Von den Arbeiterinnen und Arbeitern, die unsere Produkte fertigen, bis zu den Communitys, mit denen wir fahren, stehen Menschen seit jeher im Zentrum unseres Sports. Aus diesem Grund ist es uns ein wichtiges Anliegen, international anerkannte Arbeitnehmerrechte zu respektieren und zu fördern, ebenso in unserem Geschäftsbetrieb wie in unseren Lieferketten, wozu die Standards des AIO-Übereinkommens und des ETI-Basiskodex gehören. Diese Selbstverpflichtung bezieht sich nicht nur auf Rapha selbst, sondern auch auf unsere Zulieferer und Geschäftspartner, wo auch immer auf der Welt sie ihren Standort haben.
Steuerung und Rechenschaftspflicht
Vorstand / Aufsichtsorgane: Die Rechenschaftspflicht bezüglich unserer Menschenrechts- und Arbeitsstandards liegt beim Vorstand von Rapha.
Verantwortlichkeit im Tagesgeschäft: Unser Senior ESG Manager Sam Wrest ist verantwortlich für die Umsetzung unserer Sorgfaltspflicht bezüglich der Menschenrechte und berichtet an das Executive Leadership Team.
Bereichsübergreifende Steuerung: Die Bereiche Produkt, Lieferkette und Nachhaltigkeit unterhalten eine bereichsübergreifende Menschenrechtsgruppe, die mindestens einmal pro Quartal zusammenkommt, um Risiken für Menschen und Pläne zu deren Behebung zu besprechen.
Weiterleitung & Entscheidungsfindung: Wo Risiken für Menschen festgestellt werden, werden diese zuerst an den Chief Product Officer und den Supply Chain Director weitergeleitet, und dann, wenn es diesen angemessen erscheint, an die Geschäftsleitung und den Vorstand. In der Folge werden Maßnahmen beschlossen, um sicherzustellen, dass diese Risiken angegangen werden.
Wie wir die Menschenrechte betreffende Risiken identifizieren und priorisieren
Um tatsächliche und potenzielle Risiken für Menschen- und Arbeitnehmerrechte zu erkennen und einzuschätzen, verwenden wir unterschiedliche Werkzeuge. Dazu gehören der Global Slavery Index, die Risikobewertung von Staaten sowie die Prüfung von Zulieferern mit Hilfe des Higg FSLM. Damit können wir Risiken in Tier 1 (Produktherstellung) sowie Tier 2 (Materialfertigung) unserer Lieferkette identifizieren.
Unser Identifikationsprozess umfasst:
Risikoprüfung auf Länderebene
Bewertung auf Zuliefererebene (Higg FSLM und beglaubigte Prüfung)
Einbindung von Arbeitern und Interessengruppen, soweit möglich
Bedeutende Risiken werden priorisiert, wo Menschen potenziell gefährdet sind und es entweder Beweise oder eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür gibt, dass dies in der Wertschöpfungskette von Rapha geschieht. Wir streben danach, durch unsere Beziehung zu den involvierten Lieferanten oder Interessengruppen eine Veränderung zu bewirken. Wo wir dies nicht wirksam tun können, arbeiten wir mit anderen Marken sowie Organisationen wie der Ethical Trading Initiative zusammen.
Transparenz in unserer Lieferkette
Rapha produziert Bekleidung, Schuhe und Zubehörartikel. Wir schaffen unsere Produkte in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferkettenpartnern.
Die Produktherstellung (Tier 1) konzentriert sich vor allem auf Vietnam, China und Portugal. Die Materialfertigung (Tier 2) findet hauptsächlich in Taiwan, China und Italien statt (komplette Liste unten). Am Ende jedes Jahres veröffentlicht Rapha eine Liste der Tier-1-Zulieferer in der Open Supply Hub.
Im Jahr 2024 arbeitete Rapha direkt mit 27 Tier-1-Zulieferern weltweit zusammen, darunter 33 lieferanteneigene Produktionsstätten in 15 Ländern: Kambodscha, China, Deutschland, Hongkong, Indonesien, Italien, Philippinen, Portugal, Rumänien, Südkorea, Spanien, Taiwan, Vereinigtes Königreich, USA und Vietnam.
Im gleichen Zeitraum kooperierten wir weltweit mit 129 Tier-2-Zulieferern in 19 Ländern: Australien, Kanada, China, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Italien, Japan, Polen, Portugal, Südkorea, Spanien, Schweiz, Taiwan, Thailand, Vereinigtes Königreich, USA und Vietnam.
Produktionsland | Tier 1 Ausgabevolumen in % | Tier 2 Materialmenge in % KG | Beschaffungsrisiko | Prävalenz & Anteil (100 am schlechtesten)
| (Anfälligkeit) (100 am schlechtesten) | Staatliche Reaktion (0 am schlechtesten) |
|---|---|---|---|---|---|---|
Vietnam | 46,42 % | 0,8 % | Mittel | 4,1 | 43,9 | 47,4 |
Taiwan | 36,7 % | Mittel / Niedrig | 1,7 | 21,3 | 47,3 | |
China | 22,68 % | 24,1 % | Mittel | 4 | 45,5 | 39,7 |
Portugal | 16,85 % | Niedrig | 3,8 | 6,2 | 66,7 | |
Italien | 2,8 % | 17,3 % | Niedrig | 3,3 | 21,7 | 59 |
Indonesien | 8,23 % | Mittel | 6,7 | 48,65 | 50 | |
Philippinen | 1,47 % | Mittel | 7,8 | 66,4 | 59 | |
Kambodscha | 0,57 % | Mittel | 5 | 57,6 | 42,3 | |
Spanien | 0,19 % | 7,4 % | Niedrig | 2,3 | 10,4 | 62,8 |
Japan | 4,2 % | Mittel / Niedrig | 1,1 | 11,4 | 43,6 | |
Polen | 3,1 % | Mittel / Niedrig | 5,5 | 19 | 55,1 | |
Thailand | 3 % | Mittel | 5,7 | 46,5 | 55,1 | |
Kanada | 1,8 % | Niedrig | 1,8 | 10,7 | 60,3 | |
Südkorea | 1,3 % | Mittel / Niedrig | 5,7 | 28,6 | 38,5 | |
USA | 0,41 % | Niedrig | 3,3 | 24,5 | 66,7 | |
Großbritannien | 0,26 % | Niedrig | 1,8 | 14,3 | 67,9 | |
Schweiz | 0,3 % | Niedrig | 0,5 | 13,6 | 50 | |
Rumänien | 0,02 % | Mittel / Niedrig | 7,5 | 25,9 | 57,7 |
Gewerkschaftrechte, Vereinigungsfreiheit & Kollektivverhandlungen
Um die Rechte der Menschen in unserer Lieferkette zu schützen, haben wir uns dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass bis 2030 100 % der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Fertigung von Rapha-Produkten (Tier 1) entweder eine Form der Vertretung oder wirksame Mitsprachemöglichkeiten haben. Dies soll sicherstellen, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen und sich durch vertrauenswürdige Kanäle Gehör verschaffen können.
Unser Ansatz bevorzugt Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen. In Staaten, in denen Kollektivverhandlungen gesetzlich eingeschränkt sind, stellen wir sicher, dass es für die Beschäftigten alternative Mitsprachemöglichkeiten gibt. Dazu können Beschwerdestellen oder Mitarbeiter-Hotlines gehören, die zugänglich und wirksam sind und das Vertrauen der Beschäftigten genießen.
Wir sichern die Kooperation der Zulieferer mit unterschiedliche Methoden ab, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehören die Fragenkataloge des Higg FSLM sowie Audits, mit denen die Vereinigungsfreiheit im Betrieb des Zulieferers beurteilt werden kann, eine direkte Zusammenarbeit mit dem Zulieferer, um Vereinigungsfreiheit und Mitspracherechte zu verbessern, sowie der direkte Dialog mit den Beschäftigten bei Standortbesuchen. Wir kooperieren außerdem mit örtlichen oder weltweiten Gewerkschaften und arbeiten mit anderen Marken zusammen, die auf dieselben Zulieferer zurückgreifen, um Einheitlichkeit herzustellen.
Bedeutende Risiken für Menschenrechte & Minderungsstrategien
Bedeutende Risiken für Menschenrechte sind jene, die in unserer Branche verbreitet sind, mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Wertschöpfungskette von Rapha auftreten und ein deutliches Risiko für Menschen darstellen. Wir haben in unserem Geschäftsbereich und unserer Lieferkette mehrere solcher Risiken identifiziert, die von uns beobachtet werden:
Risiko | Ort | Gründe für das Risiko | Maßnahmen von Rapha |
|---|---|---|---|
Arbeitsstunden | APAC | Die Analyse verifizierter Audit-Daten hat ergeben, dass exzessive Überstunden mit höherer Wahrscheinlichkeit in unserer asiatischen Lieferkette auftreten, konkret mehr als 60 Arbeitsstunden pro Woche oder sieben Arbeitstage am Stück ohne einen freien Tag. Da sich ein großer Teil unserer Tier-1- und Tier-2-Lieferkette in dieser Region befindet, stellt dies ein bedeutendes Risiko dar. | Wir nutzen verifizierte Audit-Daten, um Zulieferer zu identifizieren, bei denen es zu exzessiven Überstunden kommt. Der Supply Chain Manager, der für die Geschäftsbeziehung mit dem fraglichen Zulieferer verantwortlich ist, kontaktiert diesen, um den Grund für die überzogenen Arbeitszeiten zu erfahren. Im nächsten Schritt arbeiten wir gemeinsam daran, die Situation zu verbessern. |
Gesundheit & Sicherheit | Materialherstellung | Unsere Ethik-Audits zeigen, dass Probleme bezüglich Gesundheit und Sicherheit eher in Tier 2 unserer Lieferkette bei der Materialproduktion auftreten. Der Grund dafür liegt vor allem im Umgang mit Chemikalien und gefährlichen Substanzen. Wir habe dies daher als bedeutendes Risiko identifiziert und konzentrieren unsere Anstrengungen in diesem Bereich unserer Lieferkette darauf, die Abläufe hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit so robust wie möglich zu gestalten. | Wir nutzen Higg-FSLM-Audits, um Fälle zu ermitteln, in denen die Abläufe hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit unzureichend sind.
Wo wir Lücken finden, unterstützen wir unsere Zulieferer und leiten wo nötig dabei an, die Abläufe hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit zu verbessern. |
Anwerbegebühren | Taiwan | Es gibt Fälle, in denen Arbeiterinnen und Arbeiter für ihre Beschäftigung in der taiwanesischen Lieferkette Anwerbegebühren zahlen mussten, auch innerhalb unserer Branche. Dies ist ein klarer Verstoß gegen Raphas Beschäftigungsstandards, außerdem gegen das AIO-Übereinkommen und den ETI-Basiskodex. Da sich ein großer Teil unserer Tier-2-Lieferkette in Taiwan befindet, stufen wir dies als ein bedeutendes Risiko ein. | Anwerbegebühren sind nach unserem Verhaltenskodex unzulässig, und im Rahmen unserer Sorgfaltspflicht beim jährlichen Zulieferer-Audit überprüfen wir, ob diese erhoben werden. Für den Fall, dass Anwerbegebühren festgestellt werden, legt Rapha den involvierten Zulieferern einen Plan zur Mängelbehebung vor. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer, um dem Misstand abzuhelfen, was die Entschädigung der betroffenen Arbeiterinnen und Arbeiter umfasst sowie die Einsetzung neuer Prozesse, welche Anwerbegebühren in Zukunft verhindern sollen.
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Vereinigungsfreiheit | China | Angesichts der Tatsache, dass unabhängige Gewerkschaften in China verboten sind und rund ein Viertel unserer Zulieferer in Tier 1 wie Tier 2 dort angesiedelt sind, sehen wir ein bedeutendes Risiko für das Recht der Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren und ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. | Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2030 allen Arbeiterinnen und Arbeitern bei unseren Tier-1-Zulieferern entweder Kollektivverhandlungen oder wirksame Mitsprachemechanismen zu ermöglichen. Unterstützt wird dies durch die Beurteilung der Vereinigungsfreiheit bei unseren Zulieferern im Rahmen unseres Audit-Verfahrens. Wo Kollektivverhandlungen oder Mitsprachemechanismen nicht vorhanden sind, arbeiten wir direkt mit unseren Zulieferern zusammen, um Vereinigungsfreiheit und Mitspracherechte durchzusetzen. |
Zwangsarbeit in der Baumwollindustrie | Materialherstellung | In der weltweiten Lieferkette für Baumwolle gibt es Fälle von Saison- und Wanderarbeit, was in bestimmten Ländern das Risiko für Zwangsarbeit und Kinderarbeit erhöht. Auch wenn dies nur einen eher kleinen Teil unserer Materialbeschaffung betrifft (11 % unseres gesamten Materials im Jahr 2024), ist es doch ein bedeutendes Risiko angesichts unserer Arbeits- und Menschenrechtsstandards. | Wir verlangen, dass all unsere Baumwolle ökologisch zertifiziert oder in Umstellung befindlich ist. Dieser Zertifizierungsprozess hilft uns dabei, abzusichern, dass die Arbeiterrechte beim Zulieferer höchsten Standards entsprechen. Zusätzlich basieren die von uns verwendeten Zertifizierungen (so wie GOTS und OCS) auf dem Modell der physischen Trennung, das sicherstellt, dass die Baumwolle innerhalb der Lieferkette getrennt gehalten wird, und eine Rückverfolgbarkeit ab Produktionsebene garantiert. Rapha verlangt außerdem, dass keine Baumwolle aus Regionen bezogen wird, in denen Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Baumwoll-Lieferkette vorkommen oder die nötige Transparenz fehlt, um die Einhaltung der Menschenrechte zu kontrollieren. Dies betrifft derzeit das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang in China, Turkmenistan, Usbekistan und Syrien. |
Freigabe
Diese Menschenrechtsverpflichtung wurde von Raphas Vorstand geprüft und genehmigt und von unserer Geschäftsführerin Fran Millar unterzeichnet.

Fran Millar, CEO